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Amüsantes

Derbe Scherze

Von Ulrich KornKSS-Broschüre Teil 10Zeit: 1950er–1960er Jahre

Ulrich Korn ergänzt Uli Mädels Bericht aus Heft 9 über die WC-Spülung im Offiziersdeck der KSS Projekt 50 um zwei Streiche: das auf „volle Pulle“ gedrehte Handrad für ahnungslose „Badegäste“ und die verkantete Blechblende im Notausstiegs-Bullauge des WC, die dem Sitzenden auf den Schoß fiel und der Pier freien Einblick gewährte.

Uli Mädel hat schon im Heft 9 über die Tücken der WC-Spülung im Offiziersdeck berichtet. Allerdings war auch im Hafenbetrieb der Druck auf der Spülleitung so stark, dass es erheblicher Kraftaufwendung bedurfte, den Fußhebel zu bedienen. Schlimm wurde es, wenn der Benutzer nicht erkannte, dass es sich um einen Fußhebel handelte und es per Hand versuchte! Was Uli nicht erwähnte, ist, dass wir, um „Badegästen“ einen Streich zu spielen, das Handrad auf „volle Pulle“ drehten und so einen entsprechenden Vorfall provozierten. Zur Ehre aller Nutzer sei gesagt, dass nur selten jemand darauf hereinfiel. Die allgemeine technische Bildung der Offiziere verhinderte das.

Aber das WC verlockte auch noch zu einem anderen Schabernack. Das Bullauge im WC diente gleichzeitig als Notausstieg aus dem Offiziersdeck. Deshalb war sein Durchmesser auch etwas größer als der der anderen Bulleyes. Lag das Schiff mit BB-Seite an der Pier, befand sich das Bulleye etwa einen Meter über dem Landniveau. Man hatte von dort aus einen guten Einblick in das „Örtchen“: Um das zu verhindern wurde die Blechblende etwas verkanntet in die Öffnung gestellt. Das war keine sehr stabile Lage, verhinderte aber den Einblick und gewährleistete andererseits die Belüftung. Die instabile Lage der Blende konnte sehr schnell zu einer unstabilen werden, wenn es eine Erschütterung gab oder ein kräftiger Luftzug wehte. Letzteren konnte man erzeugen indem man die äußere Tür zum WC kräftig zuzog. Das reichte und die Blende stürzte nach innen – nach außen ging ja nicht, weil der etwas größere Durchmesser als die Öffnung das verhinderte.

Saß nun jemand auf dem „Thron“, konnte man den Absturz der Blende ganz einfach bewirken. Dann folgte eine Art Kettenreaktion: Die nicht ganz leichte Blende fiel dem Sitzenden auf den Schoß bzw. auf die Oberschenkel; Schmerz und Schreck ließen diesen je nach Temperament eine Schmerzensruf oder eine kräftigen Fluch von sich geben; das hörten alle, die sich gerade auf der Pier befanden und ließ sie in Richtung WC-Bulleye sehen. Der sich bietende Anblick löste entsprechendes Gelächter aus; der „Geschädigte“ musste nun so schnell wie möglich die Sicht wieder versperren, wobei er meist noch mehr „Blößen“ zeigte. Die Besatzung hatte wieder einmal Gesprächsstoff.

Ja, Seemannsscherze sind oft nicht ganz „stubenrein“. Diese waren auf unseren jugendlichen Übermut zurückzuführen – und übelgenommen wurde grundsätzlich nicht.

— Ulrich Korn

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Abbildung aus KSS-Broschüre Teil 10, Seite 40
Seite 40
Abbildung aus KSS-Broschüre Teil 10, Seite 40
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